Sonnenuhr - im Schatten der Zeit
Der tägliche Lauf der Sonne bestimmt seit Jahrmillionen den Rhythmus des Lebens auf diesem Planeten.
Unsere Vorfahren haben sich bereits vor mehr als 5000 Jahren mit Konstruktionen beschäftigt, die es
ermöglichen, die (scheinbare) Bewegung der Sonne darzustellen und zu messen. Und dies nicht nur in den
klassischen Hochkulturen. Auch Anlagen wie Stonehenge und, wie in jüngster Zeit entdeckt, die Anlage in
Goseck (Sachsen-Anhalt), dienten neben kultischen Zwecken ebenso der Bestimmung von Sonnenwenden und
anderen astronomischen Ereignissen.
Auch später war die Sonnenuhr in unserem Kulturkreis als Zeitmesser weit verbreitet. Schöne Exemplare dieser Art lassen sich noch heute, oftmals an öffentlichen Gebäuden und Kirchportalen finden. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts begannen nach und nach mechanische Räderuhren die Sonnenuhr zu verdrängen.
Im Zeitalter von Quarz-, Funk-, Atomuhr und Co. übt die Sonnenuhr noch immer eine gewisse Faszination auf uns Menschen aus. Die meisten Exemplare, obwohl korrekt konstruiert und perfekt gebaut, lassen eine direkte und genaue Ablesung der gesetzlichen Zeit nicht zu, weil sie die wahre Ortszeit anzeigen, und nicht die uns vertraute MEZ, die sich auf die mittlere Ortszeit des 15. östlichen Längengrads bezieht.
Dieser Umstand lässt so manchen "Zeit"genossen glauben, dass Sonnenuhren "nach dem Mond" gehen. Das dem nicht so ist, und es auch möglich ist die MEZ in Minutengenauigkeit anzugeben, zeigt die Stadtsonnenuhr.